Nachrichten aus dem Erzgebirge

Zwei Jubiläen bedeutender Naturkatastrophen


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ERZGEBIRGE: 2010 haben zwei markante Unwetter der jüngeren Vergangenheit runde "Jubiläen". Vor 30 Jahren traf die größte Schneebruchkatastrophe des 20. Jahrhunderts die Wälder des Erzgebirges. Vom 23. zum 24. April 1980 fielen bis 130 cm Nassschnee. Fast zehn Millionen Bäume brachen unter der Last zusammen.

Laut Forst-Statistik ist im Schnitt alle 25 bis 30 Jahre mit einem solchen Drama zu rechnen. Zum Glück blieb das Erzgebirge bis heute von einem weiteren Ereignis dieser Art verschont. Trotzdem gab es 2005 erneut eine Menge Bruch. Am 29. Juli 2010 jährt sich zum fünften Mal ein stürmisches Unwetter, das im Gegensatz zu "Emma" oder "Kyrill" erstaunlicherweise namenlos blieb.

Es war der wärmste Tag des Jahres 2005 und lange deutete nichts auf das hin, was am Abend noch kommen sollte. Über dem Erzgebirge bildete sich eine sogenannte Superzelle. Diese sah bedrohlich aus, fiel aber lange Zeit nur durch intensives "Wetterleuchten" auf. Der Sturm kam ganz plötzlich; innerhalb von Sekunden legte er ganze Waldstücke nieder. Besonders schwer traf es einen Streifen zwischen Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg.

Der Schadholzanteil betrug zwar mit ca. 60.000 Festmetern weniger als ein Viertel der Menge aus der Schneebruchkatastrophe 1980. Doch während da das Erzgebirge gleichmäßig betroffen war, hinterließ der Sturm von 2005 in einigen Waldstücken echte Totalschäden. Auch ist klar, dass der Mensch nicht ganz unschuldig am Ausmaß der Verwüstungen ist. Aufgrund des gewaltigen Holzbedarfs wurde lange fast ausschließlich die flachwurzelnde gemeine Fichte gepflanzt.

Die wärmsten Tage des Sommers 2010 hat das Erzgebirge – nahezu zeitgleich und mit einem ähnlichen Temperatursturz wie vor fünf Jahren – gerade überstanden. Doch auch wenn es in der Region wieder relativ ruhig blieb: Die diesjährige "Unwettersaison" muss damit noch nicht endgültig überstanden sein...

Nachricht vom 29.07.2010 18:00 Uhr
Autor: FM


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